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Der Geist im Busch

Es raschelte und Marie zuckte zusammen. Ein bisschen war es ihr bei diesem Nebel unheimlich im Park. Zum Glück war sie nicht alleine. Sie griff nach Opas Hand und spürte, wie auch Opa zusammenzuckte.
„Jetzt beginnt die Geisterzeit“, sagte er.
„Geister, echt? Das macht mir Angst, Opa! Gibt es die denn wirklich? Und was ist das für ein Rascheln?“, fragte Marie. Sie umfasste Opas Hand ein wenig fester. Unheimlich war das im Nebel, sehr unheimlich!
„Viele Menschen glauben, dass zu Halloween die Seelen der Toten für eine Nacht auf die Erde zurückkehren“, versuchte es Opa. „Sie nennen sie Geister, doch ich sehe das anders und …“
„Halloween?“, unterbrach ihn Marie. Sie begann zu kichern. „Wie doof ist das denn? Da feiern wir das tollste Geisterfest im Jahr. Nicht irgendwelche toten Seelen.“
„Tolles Geisterfest?“, fragte Opa. „Früher gab es so etwas nicht. Aber gut, wenn es euch gefällt, dann feiert ruhig euren Geisterkram. Aber sag: Hast du gar keine Angst, dass sich einmal ein richtiger Geist oder besser gesagt eine tote Seele unter euch Geistern verstecken könnte?“
Opa konnte es einfach nicht lassen, er wollte Marie ein bisschen bange machen. Wenn das Oma gehört hätte, die hätte schön mit ihm geschimpft.
Marie aber wollte sich nicht beirren lassen.
„Mit euren ‚toten Seelen‘ wollt ihr Erwachsenen uns Kindern nur eine dumme Angst einjagen“, sagte sie mit fester Stimme, die doch etwas lauter klang als sonst, als wolle sie einen möglichen Geist doch eben mal schnell erschrecken. „Unsere Halloweengeister sind ehrlicher, denn sie verstecken sich nicht und jeder weiß sowieso, dass die nicht echt sind. Und überhaupt: Können Seelen laufen?“
Opa lachte. „Seelen können wohl nicht laufen, sie geistern herum!“, gab er zu und dass der Max, der nun angelaufen kam und dessen Rascheln sie gehört hatten, kein Geist war, das wussten beide. Es war der Nachbarhund mit wedelndem Schwanz.
„Na, du Geist!“, rief Marie und kraulte ihn unter dem Kinn. „Du fühlst dich ganz lebendig an! Auch wenn du echt gruselig geisterhaft rascheln kannst.“

© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl

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