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Die Geschichte erzählt von einer Begegnung eines Eichhörnchens auf Futtersuche mit Menschen. In diesem Fall eine gute Erfahrung für beide Seiten.

Willi, das Eichhörnchen

 
Seit einigen Tagen tobte ein heftiger Ostwind im Wald. Die Waldbewohner wagten sich nicht aus ihren Unterschlüpfen. Kalt war es geworden und alle hatten Hunger. Das Eichhörnchen Willi hatte besonders großen Hunger, doch wie sollte es an Nahrung kommen? Immer wieder steckte es sein Näschen in den Wind und zog sich dann doch wieder in sein gemütliches Kugelnest zurück. Es rollte sich zusammen und regte sich nicht, doch an Schlaf war nicht zu denken, so sehr pfiff der Wind durch die Fichten.
„Wenn das noch ein paar Tage so weiter geht“, dachte Willi bei sich, „dann werde ich jämmerlich verhungern. Hätte ich doch nur von meinem Wintervorrat etwas mit ins Nest genommen.“
Einsam war er, hungrig und traurig.

Erst am nächsten Tag drehte der Wind, es wurde ein paar Grad wärmer und das tat so gut. Willi verließ das Nest, machte ein paar Dehnübungen und turnte dann flink durch den Wald, zur großen Kiefer, unter der er einen Teil seines Schatzes von Samen und Nüssen vergraben hatte. Doch als er dort ankam, sah er das Malheur, die Kiefer war vom Sturm entwurzelt worden und lag nun auf dem Boden. Willi konnte nicht an seine Vorräte, dabei fühlte er sich vor Hunger schon ganz schwach. Glücklicherweise fand er einen Kieferzapfen, den er mit seinen scharfen Zähnen bearbeitete und dessen Samen er genüsslich verspeiste, aber das war nur ein Tropfen auf den heißen Stein, er brauchte viele Kiefernzapfen oder Bucheckern, vielleicht sogar Nüsse. Er musste sich also wieder auf den Weg machen, um sein nächstes Versteck zu suchen. Plötzlich hörte er Stimmen und Gelächter, flink kletterte auf die Spitze des nächstgelegenen Baumes und verharrte dort. Seine klugen braunen Augen spähten umher und dann sah er sie kommen.Das mussten Menschen sein. Willi hatte schon von ihnen gehört, aber gesehen hatte er noch keinen.

„Die sind gefährlich“, dachte Willi und zitterte vor Angst. „Wenn sie mich packen, dann ist alles aus!“ Doch die Menschen würden keinem Eichhörnchen etwas zuleide tun, es war der Förster mit seinen beiden Söhnen. Sie wollten nach Schäden schauen, die demnächst dann beseitigt werden mussten.

„Wie schade, schaut her, die alte Kiefer ist auch entwurzelt“, sagte der Förster. Sie hatten schon einige Schäden gesehen, das würde eine Menge Arbeit geben. Willi verhielt sich mucksmäuschenstill.  Er hatte Angst, dass man ihn entdeckte und als sein kleiner Magen knurrte, erschrak er, weil er dachte, dass die Menschen es gehört haben könnten. Doch die unterhielten sich weiter und als der kleinere der Söhne eine Brotdose aus dem Rucksack holte und den anderen beiden ein Butterbrot anbot, da lief Willi das Wasser im Mund zusammen. Wenn doch nur dieser blöde Hunger nicht wäre. Vorsichtig schraubte sich Willi am Stamme des Baumes hinunter, um näher bei dem Butterbrot zu sein, das so verlockend aussah.

„Schau, Papa, ein Eichhörnchen, wie niedlich!“

Die drei entdeckten Willi und der blieb einfach sitzen und schaute die Menschen an. So grässlich sahen die gar nicht aus und sie machten auch keine Anstalten, ihn zu fangen.

„Dürfen wir es füttern?“, fragte der kleine Junge. Der Vater hatte nichts dagegen.

„Werft ihm ein paar von euren Erdnüssen hin, die werden ihm schmecken“, schlug er vor.

Willi konnte sein Glück kaum fassen. Schnell holte er sich eine Nuss, flitzte wieder zurück auf den Baum und öffnete die Schale blitzschnell. Zwei dicke Nüsse fand er darin und da unten unter dem Baum, da lagen noch viele davon. Die würde er nachher in seinen Kogel bringen, damit er nicht wieder Angst haben musste vor Hunger zu sterben.

Vielleicht kamen die Menschen ja auch noch einmal zurück und brachten ihm wieder etwas mit. Und wenn nicht? Dann würde er sie suchen!

© Regina Meier zu Verl

Copyright für das Bild: Elke Bräunling

Copyright für das Bild: Elke Bräunling

 

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