Schlagwörter

, , , , , , , ,

Auf in den Herbstwald – Ein voll toller Plan

„Euer Abendessen“, sagte Großtante Luise, „müsst ihr euch heute selbst suchen. Die Sonne strahlt, die Blätter schimmern herrlich golden und die Früchte des Waldes rufen nach uns. Psst! Hört ihr sie?“
„Was?“
„Wie bitte?“
Pia und Pit sahen die Großtante nichts begreifend an. War das wieder eine ihrer komischen Ideen oder wollte sie sie foppen? Ratlos sahen sie zu Opa hinüber. Der nämlich hatte sie zu diesem Ausflug zur Großtante gelockt und ihnen leckeren Apfelkuchen und später zum Abendmahl Großtante Luises oberfeine Kartoffelknödel mit Rehgulasch und Krautsalat versprochen. Lauter Leibspeisen, die nur die Großtante kochen konnte.
Nun aber sollte es gar nichts zu essen geben?
Opa zuckte nur mit den Schultern. Er blickte ganz schön ratlos drein.
„Wir …äh… ja, eigentlich haben wir seit dem Frühstück nichts gegessen und wir … äh …“, versuchte er es.
„Ich habe Schinkenbrote, Käsebrötchen und Eierschnitten eingepackt. Dazu für jeden ein Stück Apfelkuchen, eine Streuselschnecke und einen Schokomuffin sowie Mineralwasser, Kakao und Kaffee. Das dürfte fürs erste genügen.“ Die Großtante grinste. „Wir werden oben auf der Burg ein Picknick machen. Einverstanden?“
Ein Picknick im Herbstwald? Das klang prima. Oberprima sogar.
Die Geschwister jubelten so laut, dass sie Opas gequältes Stöhnen fast nicht hörten. Fast.
Die Großtante aber war noch nicht fertig.
„Zuerst aber müsst ihr euch euer Mahl verdienen“, sagte sie. „Wir nehmen den Weg durch den Birkenwald über die Fichtenschonung hinauf zum Eichenhügel. Hervorragende Plätze für Maronen, Birkenpilze und Pfifferlinge. Die brauchen wir für unser Abendbrot. Es gibt nämlich Knödel mit Petersilienpilzen und Rehgulasch.“
Hm, also doch all die tollen Leibspeisen. Und Pilze schmeckten ja auch viel köstlicher als Krautsalat. Die Geschwister strahlten und auch Opa hörte auf zu schmollen.
„Das klingt wundervoll, liebe Luise“, sagte er. „So wundervoll, dass man durchaus auf die Pilze und das Pilzesammeln verzichten könnte und statt der Petersilienpilze einen leckeren Krautsalat …. Äh…“
Pia und Pit wussten, was Opa am liebsten vorschlagen würde. Auch die Großtante schien es zu wissen.
„Und für den Rückweg nehmen wir die Südroute zum Kastanienwald. Dort dürft ihr mir ein paar Tüten mit Esskastanien sammeln. Sie sind die köstlichsten Früchte, die der Wald uns bietet, und ich kann davon nicht genug kriegen. Zum Nachtisch heute Abend wird es dann geröstete Maroni geben und, wenn ihr dann noch Hunger habt, einen Kastanienpudding.“
Großtante Luise sah die Drei mit strahlenden Augen an. „Nun, was haltet ihr von meinem Plan?“
„Viel!“, riefen Pia und Pit wie aus einem Mund. „Voll toll viel.“
Und Opa nuschelte ein gequältes „Ja, voll toll“ dazu.
Es war ja auch voll toll. Oder?

© Elke Bräunling

kastanienkorbErste Ausbeute von Esskastanien/Maronen

Advertisements