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Die kleine Waldmaus und das sprechende Glück

Großes Glück hatte die kleine Waldmaus eines Tages im Herbst. Nebel nämlich war gekommen und sie hatte sich verirrt. Den Heimweg über die Waldwiese zur Mäusehöhle konnte sie nicht mehr finden. Aber einen Kürbis entdeckte sie. Der stand mit einem grimmigen Geistergruselgesicht auf der Mauer am Rande der Wiese. Vor Geistern aber grauste es der kleinen Waldmaus nicht. Schnell kroch sie durch das linke Fratzenauge in den Bauch der Kürbis’. Hier wollte sie die Nacht verbringen und darauf warten, dass der Nebel seine Arme einzieht und den weiter ziehenden Wolken folgen würde.
Die kleine Maus atmete auf.
„Was für ein Glück ich doch habe!“, sagte sie. „Nicht jeder findet in der Gefahr ein freundliches Gesicht, das zur Nacht einlädt. Eine Glücksmaus bin ich. Ja, das ist wahr.“
„Wahr? Klar. Wo ich bin, wohnt auch ein Stück Glück“, sagte ein Stimmchen. Witzig klang es, mal hell und lachend, mal dunkel und brummig.
Die kleine Maus sah sich um. Es war dunkel geworden im Kürbisbauchgesicht, denn die Kerze, die im Bauch steckte, hatte gerade ihr Licht verloren.
„Wer bist du und wo bist du?“, flüsterte sie. So ganz genau wusste sie nicht, ob sie sich über den Fremden freuen oder ob sie sich fürchten sollte.
„Das Glück bin ich und hier bin ich“, antwortete das Stimmchen.
„Ein Glück, das sprechen kann?“, wunderte sich die kleine Maus. Dann musste sie lachen. Mit einem sprechenden Glück konnte man fröhlich sein. Man musste sich nicht fürchten. „Du bist mir vielleicht ein komischer Vogel.“
„Ein Vogel? Ich bin doch kein Vogel! Höre sich das einer an“, entrüstete sich das sprechende Glück, „Ha! Wer bist du, der du mich einen Vogel nennst.“
„Ich bin kein ‚der‘“, fiepte die kleine Maus und schon wieder musste sie kichern.„Eine Waldmaus bin ich. Eine kleine Waldmaus. Hihi.“
„Und ich bin ein Käfer“, brummelte die Stimme des Glücks. Dann kicherte sie auch. „Ein Glückskäfer. Und ich wohne hier im Bauch meines Kürbis-Freundes und bringe ihm Glück.“
„Mir hast du auch Glück gebracht, du netter Käfer“, sagte die kleine Maus schnell.
„Mir auch“, murmelte der Kürbis.
Er sagte es nur sehr leise. Dann lächelte er wieder.
Er freute sich so sehr über seine Gäste und weil er in einem fort lächelte, sah sein einst so grausiger Fratzenmund gar nicht mehr gemein aus. Nein, er lächelte lieb und fröhlich. Das Glück des kleinen Käfers war auch zu ihm gekommen.

© Elke Bräunling

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