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Das kleine Kastanienwunder – Der Sonnenzauber in der Jackentasche

Heute war ein stürmischer Herbsttag. Überall tanzten Blätter durch die Luft und trudelten dann zu Boden. Hier und da fiel eine letzte Kastanie, Eichel oder Walnuss zu Boden.
„Meine Tante sagt, die letzten Kastanien, können zaubern“, sagte Anna. „Sie sammelt sie und steckt sie in ihre Jackentasche.“
„Zauber?“ Die Kinder konnten dies nicht glauben. „Das ist doch bloß eine von deinen komischen Ideen“, maulten sie.
„Nein. Ist es nicht.“ Anna bückte sich nach einer Kastanie und steckte sie in ihre Tasche. „Das ist nun meine Zauberkastanie“, erklärte sie. „Die werde ich immer bei mir tragen.“
„Und das ist ein Zauber?“, fragte Florian.
Anna nickte. „Wenn du die Kastanie anfasst, denkst du an die Sommersonne. Und wenn du im Winter an schönes warmes Wetter denkst, ist das wie ein Sonnenzauber. Die Zauberkastanie zaubert dich dann ein bisschen in den Sommer zurück.“
„Du spinnst.“ Annas Freunde lachten.
„Nein“, sagte Anna. „Es ist schön, an grausigen Kaltwettertagen an die Sommersonne zu denken.“
Katja nickte. „Stimmt. Das ist eine tolle Idee.“ Sie bückte sich nach einer Kastanie.
„Warum nicht?“, brummte Florian und griff auch nach einer Kastanie.
Dem schlossen sich die anderen Kinder an.
„Ich bin echt gespannt auf den Zauber“, meinte Max.
„Und ich freue mich darauf“, sagte Lena.
Die anderen nickten. Sie freuten sich wirklich, nun eine Zauberkastanie zu haben.
„Wir können noch mehr zaubern“, meinte Anna. „Im Frühling. Aus der Zauberkastanien können nämlich Zauberkastanienbäume wachsen.“
„Du meinst, wir vergraben unsere Kastanien in der Erde?“, fragte Florian.
„Meine Tante macht das so:“, sagte Anna. „Sie trifft sich mit Freunden an einem warmen Frühlingstag und dann werfen sie ihre Kastanien alle gleichzeitig mit einem Schwung ganz weit in den Wald oder in den Park. „Drei-zwei-eins-null und Frühling ist!“, rufen sie dabei.
„Und dann?“, fragte Lena.
„Dann wachsen aus den Zauberkastanien vielleicht kleine Kastanienbäume. Ach nein, ganz bestimmt wachsen die, denn es sind ja Zauberkastanien“, erklärte Anna.
Ihre Freunde waren begeistert. „Das machen wir auch.“
Und Lena fügte leise hinzu: „Da hat man ‚was zum Freuen. Besonders an kaltnassen Wintertagen.“
Dem hatten die Kinder nichts mehr hinzuzufügen.
Ja, so eine Zauberkastanie – es kann auch eine Zaubernuss sein – ist wirklich eine tolle Sache. Probier es aus!

© Elke Bräunling

die letzten kastanien im gras
Die letzten Kastanien (hier sind es Maronen) versteckt im Gras. Ist sie dabei, die Zauberkastanie?

Und wenn Ihr Esskastanien, auch Maronen genannt, beim Sammeln findet, so kenne ich ein Rezept für einen sehr sehr leckeren Kastanienkuchen. Das ist dann auch so etwas wie ein Zauber, ein Gaumenzauber. Probiert’s aus! 🙂

Kastanien, auch Maronen genannt, so wie sie der Maronimann auf dem Weihnachtsmarkt verwendet

„Achtung“ Rezept!

Keschte Quiche = Kastanienkuchen

Teig für eine normale runde Backform (ca. 28 cm): 500 g Esskastanien/Maronen, 100 g geraspelte Haselnüsse oder Mandeln, drei Eier, 120 g Gries (oder Mehl, am besten Dinkelmehl), 300 g Rohrzucker, eine Prise Zimt, ca. 10-15 g Backpulver

Zubereitung:
Kastanienmousse: Die gewölbte Seite der Kastanien mit einem Messer kreuzweise einschneiden, dann in einem Topf mit kaltem Wasser geben und kurz aufkochen. Die Früchte noch heiß gründlich schälen. Nun werden die Kastanien nochmals aufgekocht so lange, bis sie weich sind. Nun noch durch ein Sieb passieren und das Mousse ist zubereitet.
Nun für den Kuchen Eier und Zucker schaumig rühren. Zimt mit Gries (oder Mehl), Backpulver, Nüssen und zuletzt Kastanienmousse beigeben und gut mischen.
Und nun ab damit in den Backofen!

Backofen (Umluft) auf 150 Grad vorheizen und den Kuchen 40 Minuten backen.

Den abgekühlten Kuchen später mit Puderzucker bestreuen oder mit Zuckerguss garnieren.

Aus diesem Tag könnt Ihr auch zwei ganz Kuchen „basteln“, nämlich einen Möhrenkuchen oder einen Kartoffelkuchen. Was müsst Ihr tun? Ganz einfach: Ersetzt das Kastanienmousse einfach entweder durch 500 g geraspelte Möhren oder 8 kleine, gekochte, geraspelte Kartoffeln. Und, wichtig, nehmt anstelle Gries nur Mehl.
Viel Spaß und guten Appetit!

© Elke Bräunling

Diese Geschichte findest du in dem Buch:

WALDGESCHICHTEN

Taschenbuch: Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Wald: Waldgeschichten für Kinder Ebook: Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom WaldInformation

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