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Die Botschafter des Herbstes
Die Stare machen sich auf die Reise in den Süden

Seit heute morgen ballert und knallt es andauernd in den umliegenden Feldern und Weinbergen.
„Jetzt“, sagt Onkel Richard, „ist der Herbst wirklich da.“
„Warum gerade jetzt?“, fragt Eva verständnislos.
„Na, hört ihr es nicht, dieses Schießen?“
Felix streckt den Kopf aus dem Fenster. „Das ist doch immer so im Herbst“, meint er gleichgültig.
„Eben“, sagt Onkel Richard. „Wenn es draußen ballert und knallt, ist der Herbst da.“
„Du meinst, der Herbst knallt da draußen herum?“, ruft Eva, und am liebsten wäre sie gleich hinausgelaufen. „Vielleicht kann man ihn sehen, den Herbst, wie er durch die Gegend tobt.“
„Meinst du?“, fragt Felix misstrauisch. “Das ist doch Quatsch!“
„Nein, nein“, sagt Onkel Richard und zieht genüsslich an seiner Nachmittagspfeife. „Es ist schon der Herbst, der da draußen seine Hand im Spiel hat.“
„Und wie?“ Felix kann es noch immer nicht glauben, und Eva stellt sich vor, wie der Herbst als gewaltiger Herbstgeist durch die Ackerfurchen und Weinberge saust und allen mit seinem Geballere zuruft: ‚Hallo, hallo, ich bin da‘!
„Uih, wie aufregend. Hast du ihn schon gesehen, Onkel Richard?“
Onkel Richard wiegt bedächtig den Kopf. „Leider nein. Der Herbst zeigt sich niemandem. „Aber seine Botschafter habe ich wohl gesehen.“
„Seine Botschafter?“
„Sind das auch Geister?“
„Und die kann man sehen?“
Ungläubig starren Eva und Felix ihren Onkel an.
Der deutet zum Fenster. „Seht die Stare da draußen! Sie versammeln sich als letzte zum großen Vogelzug in den Süden. Überall könnt ihr sie sehen, auf den Feldern, in den Obstbäumen und in den Weinbergen. Sie sind die Botschafter des Herbstes.“
„Warum?“, fragt Eva. „Was bringen sie denn für eine Botschaft?“
„Ganz einfach“, erklärt Onkel Richard. „Wenn sie sich versammeln, weiß jeder: ‚Jetzt ist er da, der Herbst‘.“
„Und diese Botschafter-Stare sind Herbstgeister, die knallen und ballern?“
Onkel Richard muss lachen. „Hoho. Gerissene Obstdiebe sind sie, die Botschafter des Herrn Herbstes. In Scharen fallen sie in die Obstbäume und Weinberge ein und fressen alles ratzekahl leer. Schließlich müssen sie sich vor ihrer weiten Reise noch einmal satt futtern. Nein, nein, die Landwirte und Winzer sind es, die laut ballern. Mit Platzpatronen.“
Felix beginnt zu begreifen. „Ach so. Das Geknalle soll die Stare erschrecken und vertreiben.“
Eva ist enttäuscht. „Und ich dachte, Geister machen diesen Krach. Schade. Die armen Stare haben bestimmt großen Hunger. Einfach so verjagen ist gemein. Wo sie doch die Herbstbotschafter sind!“
Da knallt es draußen gerade wieder, und eine Starenschar erhebt sich wie eine schwarze Wolke in den Himmel Richtung Süden.

In der Kurzfassung findest du die Geschichte hier: Die Stare machen sich auf die Reise

Leckere, süße Weintrauben warten auf die Ernte … und auf die Stare

Weinlese – Keine Chance für „Obsträuber“

 

 

 

 

 

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