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Die Herbsttraumreise

Heute ist ein schöner Herbstwolkentag. Immer wieder treibt der Wind dicke Wolkengebilde über den Himmel, die für eine Weile die Sonne verdecken. Interessiert sieht Anna dem Wolkenspiel zu.
„Schau!“, sagt sie. „Die Wolken malen tolle Bilder in den Himmel. Sieht die da nicht aus wie eine Hexe?“
„Quatsch“, meint Bastian. „Das ist keine Hexe. Eher ein Drache.“
„Stimmt. Und da hinten kommt ein Schloss mit runden Türmen.“
„Und die da vorne“, lacht Bastian, „macht ein Griesgramgesicht wie Lehrer Franzelmann.“
Anna kichert. „Ja, wie der Franzelmann sieht sie aus. Hihi.“
Aufmerksam blicken Anna und Bastian in den Himmel. Es macht Spaß, in den Wolken Bilder zu suchen.
Langsam schweben immer neue Wolkengemälde über den Himmel.
„Ein Pferd“, ruft Anna auf einmal. „Siehst du? Ein weißes Wolkenpferd. Mensch, das möchte ich gerne einmal tun: auf einem Wolkenpferd über den Himmel reiten. Hoch über der Erde Was man da nicht alles sehen könnte!“
Und Anna fängt an zu singen:
„Auf einem Wolkenpferd reiten
und über das Himmelszelt gleiten,
unten die Erde und oben die Sterne,
und ich mittendrin – das hätte ich gerne.“
„Wie sich so eine Wolke wohl anfühlt?“, überlegt Bastian. „Kalt oder warm?“
„Bestimmt kuschelweich gemütlich.“
„Oder klitschig nass.“
Anna und Bastian starren in die Wolken. Sie starren und starren, und auf einmal senkt sich Nebel auf sie herab.
Anna und Bastian blinzeln. Was ist los? Wo ist die Sonne geblieben? Wo der Himmel? Und warum fühlen sie sich auf einmal so schwindlig? Als ob sie schweben würden!
Ehe sich Anna und Bastian besinnen können, fühlen sie sich von unsichtbarer Hand emporgehoben und auf einen watteweichen Boden gesetzt. Dann steigt dieser seltsame Nebel mit ihnen zum Himmel aufwärts.
„Huh“, schreit Bastian. „Wir schweben.“
Auch Anna ist erst einmal erschrocken.
„Das ist eine Wolke!“, ruft sie dann. „Wir sitzen wirklich auf einer Wolke.“
Da klatscht Bastian klatscht vor Freude in die Hände.
„Toll. Wir reiten auf deinem Wolkenpferd über den Himmel. Sieh nur, die Erde sieht aus wie eine Spielzeuglandschaft. Da ist unsere Stadt!“
„Und hier die Schule! Kannst du sie sehen?“
„Ja, und der Spielplatz. Wie ist er winzig klein!“
„Die Herbstbäume sehen aus wie kleine bunte Farbklekse.“
„Und da drüben lassen Kinder Drachen steigen. Dort, auf dem Feld.“
Anna und Bastian beugen sich über den Rand der Wolke und können sich nicht satt sehen. Es gibt so viel zu sehen! Furcht haben sie keine mehr. Was könnte es Schöneres geben als über den Himmel zu schweben?
„So könnte ich ewig weiter schweben“, murmelt Anna schläfrig und kuschelt sich noch ein wenig tiefer in ihr Wolkenpferd.
Du auch?
Na, dann schau doch mal in den Himmel und träum dir deine Reise auf dem Wolkenpferd!
© Elke Bräunling


Wolkenpferd – oder Wolkenbär?, Foto © Elke Bräunling

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