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Tim und der neue Drache

Stolz blinzelte Tim am Abend von seinem Bett aus zu dem Drachen, den er mit seinen Freunden gebaut hatte, hinüber.
„Morgen geht´s los!“, freute er sich. „Mindestens hundert Meter und mehr wirst du in den Himmel steigen. Klar?“
Der Drache ruckte ein bisschen. Es sah aus, als würde er nicken.
Tim lachte. Da spürte er, wie der bunte Drachenzackenschwanz über sein Gesicht strich. Komisch. Doch ihm blieb wenig Zeit zum Wundern. Schon fegte der Wind durchs Fenster und packte den Drachen. Schnell hielt sich Tim an der Drachenschnur fest, und – eins, zwei, drei – stiegen Tim und der Drache mit dem Wind himmelwärts. Hoch und höher flogen sie durch die Lüfte. Was für ein Abenteuer!
Bald konnte Tim die Häuser und Straßen fast nicht mehr erkennen. Er blickte zu dem Drachen hinauf.
Der lachte ihm zu und begann, übermütig am Himmel zu tanzen.
Tim lachte zurück und machte ein paar vorsichtige Tanzbewegungen. Es klappte gut, und Tim wurde immer mutiger. Bald tanzte er ebenso elegant am Himmel wie der Drache.
„Juchhu“, rief Tim. „Ich kann fliegen. Schööön ist das!“
So tanzten die beiden über den nächtlichen Himmel und lachten miteinander um die Wette. Schließlich tauchten sie in eine dichte Wolkenwand ein. Hier war es warm und kuschelweich. Es machte Spaß, langsam durch dieses warme Kuschelkissen zu schweben. Hmmm!
Tim seufzte genießerisch auf, doch was war das? Er lag ja auf einmal wieder in seinem Bett! Das war aber seltsam! Hatte er diese tolle Himmelsreise etwa nur geträumt?
Verstohlen blickte Tim zu dem Drachen hinüber, der wie zuvor an der Wand lehnte und – so schien es – Tim verschmitzt zulächelte.
„Na warte!“, sagte Tim und kuschelte sich wieder unter die Bettdecke. „Wir werden sehen, was wir so alles erleben werden, morgen beim Drachensteigen.“

© Elke Bräunling

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